Familien

 

 

 

 

 

 

Den höchten Wert räumt Hébert den Familien mit Ortsveränderung ein –  Laufen, Gehen und Springen – weil diese am besten den Atem und den Kreislauf trainieren. „Die Stärke liegt im Herzen und Lungen und nicht in den Muskeln“.

Das Gehen wird zusammen mit Laufen und Springen im zweiten Band des Hautwerks behandelt: „L’Education Physique, virile et morale par la Méthode Natuelle. Tome II. Technique des Exercices. Technologie. Marche. – Course. – Saut.“ 

GEHEN

Das Gehen ist nach Hébert die natürlichste Fortbewegungsart der Menschen, für die der Mensch biologisch gebaut ist. Ein Mensch könne tagelang, wochenlang, das ganze Jahr über lange Strecken gehen, und das mit Gepäck, ohne dafür zusätuliche Erholungspausen einlegen zu müssen, außer der normalen Pausen (Rast, Schlaf). Dahingegen können andere Familien nicht dermaßen intensiv praktiziert werden, ohne zu Übermüdung des Körpers oder Schäden zu führen.

Das Gehen fördert Atmung und Kreislauf, sorgt für gute Haltung, stärkt die Beinmuskulatur. Dank der moderaten Belastung ist das Gehen die einzige Disziplin, die bis ins hohe Alter praktiziert werden kann. Hier liegt allerdings auch die Limitation des Gehens, denn man kann die Maximale Leistung des Körpers nicht durch Gehen erreichern. Dafür braucht man das Laufen.

Die Leistungs- und Widerstandsabnahme der zivilisierten Menschen sieht Hébert in immer kürzer werdenden täglichen Gehdistanzen. Die für Menschen natürlichen Strecken von 20-30 km am Tag legen nur noch die wenigsten zurück. Daher ist das das Ziel des Trainings, in einer Übungsstunde auf diese tägliche Belastung zu kommen.

In dem Buch gibt Hébert zuerst dem Gehen eine Definition und unterteilt es  in das aktive Gehen in Beugung oder Streckung  und das passive Gehen in doppelter Beugung oder halber Streckung.

Dann kommen verschiedene Gehübungen und Bewegungsaufgaben: Variaton von Geschwindigkeit, Übergänge in andere Bewegungen, das Gehen mit Drehung und Anhalten, Richtugnswechsel, über Hindernisse steigen, plötzliches Ausweichen, vor einer Wand anhalten, geschickt Fallen, Haltungsübungen, verschiedenes Aufsetzten der Füße etc.

Auch Atemübungen im Gehen und Erholungsmöglichkeiten während des Gehens und des Rastes werden beschrieben.

Ein Kapitel widmet Hébert dem Gehen bzw. Steigen im steilen Gelände und Treppensteigen.

TO DO : BILDER

In der Leistungstabellen von Hébert kommt das Gehen über Distanzen von 60, 80, 100, 500 und 1500 m, 10, 20, 30 km. (Stimmt das?)

LAUFEN

Das Laufen ist nach Hébert die wichtigste Bewegungsfamilie, da ohne es unmöglich ist, das Maximum des Atem und der Herz-Kreislauf-Funktion zu entwickeln. Es ist auch die beste Familie um die Widerstandskraft zu steigern.

Das Laufen ist  die schnellste Art der Fortbewegung. Hébert nennt es die ‚wahre Rettungsübung‘, um sich aus der Gefahr (Feuer, Flut, Angriff) zu retten oder Hilfe zu leisten.

Gemessen nach Geschwindigkeit vs. Kraftaufwand, ist das Laufen auf kurzen Distanzen sehr effizient.  Ab Distanzen von 50 km und auf bis zu mehreren Tagen, wird das Gehen effizienter als das Laufen.

Da der Mensch primär ein Geher und erst in der zweiten Linie ein Läufer ist, ist es unnatürlich, sowohl im physiologischen Sinne, als auch pädagogisch, die zwei Familien voneinander getrennt zu trainieren. Mann sollte die beiden parallel trainieren und nach Möglichkeit auch auf dem gleichen Parcours.

Das Prinzip des gleichzeitigen Üben vom Laufen und Gehen schult die intuitiv richtige Wahl zwischen Laufen und Gehen, die Anpassung von Geschwindigkeit und dem Kraftaufwand an die Strecke, sodass die Fortbewegung effizient wird.

Hébert widmet mehrere Unterkapiteln der Arm- und Beinarbeit, der Körperhaltung, der Kadenz und der Schrittlänge, und der Landung. Dabei befürwortet Hébert als natürlich die Landung auf dem flachen Fuß und auf dem Vorderfuß,  und gibt Nachteile der Fersenlandung an (zu heftiger Schock, Verlust der Geschwindigkeit etc.) Genauso wie das Gehen unterteilt Hébert das Laufen in das Laufen in Beugung oder Streckung, halbe Streckung und doppelte Beugung.

Hébert behandelt verschiede Laufdistanzen (von 60 m bis über 20 km), und deren Einsatz im Unterricht.

Einen Kapitel widmet Hébert dem ‚Le Coulé‘, oder eine Bewegung die zwischen Gehen und Laufen liegt. Das vordere Bein berührt dabei den Boden genau in dem Moment, wo das hintere Bein den Boden verlässt. Es gibt also keinen Spung wie beim Laufen, aber auch keine Phase wo beide Beine am Boden sind, wie beim Gehen.

Als weiteres folgen Beschreibung für verschiedene Übungen, die denen im Kapitel zum Gehen ähnlich sind: Tempo- und Richtungswechsel, Ausweichen, Fallen, gebückt Laufen, verscheide Startpositionen, Berg-  und Treppenlauf etc.

To Do: Bilder

Quadrupedie

Hébert führt als Erster Quadrupedie in die militärische Trainingslehre ein. Dies geschah in den letzten zwei Jahren vom ersten Weltkrieg. Aus allen Bewegungsfamilien wurde diese am meisten von Naturvölkern inspiriert. Auf seinen Reisen bemerkt Hébert, wie intensiv die Ureinwohner im Kampf unter anderem das Kriechen und sich Verstecken anwenden, und dabei schafffen, mit ihren primitiven Waffen gegen bis zu zehnfach größeren zivilisierten Armeen anzukämpfen. Ausgestatten mit den gleichen Waffen, und in der gleichen Anzahl, gäben sie den ziviliesierten Armeen keine Chance, dabei haben sie nie eine andere Schule gehabt gehabt, als die Natur und Instinkte. Teilweise kehren die Expeditonen mit Verlusten zurück, ohne einen einzigen Ureinwohner gesehen zu haben.

Hébert hatte dabei mir vielen Widerständen zu kämpfen, und die Einführung geschah erst nach dem ersten Welt Krieg, als es klar wurde, dass viele Soldaten allein deswegen ums Leben gekommen sind, weil sie es nicht wussten geschickt zum Boden zu fallen oder sich zu verstecken. Hébert zitiert in seinem Band über Quadrupedie einen Arzt, der 1913 über Quadrupedie gesagt haben soll und mit seiner Meinung nicht allein dastand: „Ich interessiere mich nicht für eine Methode, die den Menschen auf den Rang des Tieres erniedrigt“.

Unter Quadrupedie versteht Hébert die Fortbewegung und Übungen im anhaltenden oder unterbrochenen Stütz auf den vier Gliedmaßen,  Kriechen miteingeschlossen.  In From von Quadrupedie können andere Fortbewegungsdisziplinen ausgeführt werden – Gehen, Laufen, Springen etc.

Zu Quadrupedie zählen verschiedene Bewegungen: Stütze aller Art, das eigentliche Gehen, Laufen und Springen auf allein Vieren, sich auffangen nach einem Sprung oder Fall, Verteidigung etc.

Hébert widmet Quadrupedie ein Band im Tome III seines Hautwerkes „L’education Physique, virile er morale par la Méthode Naturelle. Tome III. Technique des Exercices. Quadrupedie“.

Als ersten kommt die Bewegungslehre: verschiedene Bein-und Armstellungen, Winkel der Neigung von Körperachse, den Unterschied zwischen Klettern und Quadrupedie etc. Danach folgen verschiedene Arten von Quadrupedie – Gehen, Laufen, Springen, Kriechen und Rollen, – und Anwendungen der Quadrupedie: sich Verstecken, sich nach einem Sturz auffangen und abrollen, sich verteidigen, Fahrrad fahren und Reiten, Garten- und Hausarbeit etc.

Ursprünglich hat Hébert die Quadrupedie nicht als eine separate Bewegungsfamilie, sondern als eine Form des Kletterns betrachtet.

To Do: Bilder

In den Tests kommt Quadrupedie als 30 m Sprint vor, der in 10 Sekunden zu absolvieren ist, sich aus dem Vorwärts- und Rückwärtsfallen auf den Händen auffangen, sich schnellstens auf den Boden werfen, auf allen Vieren springen, kriechen, und vorwärtsrollen können.

Siehe auch Notizen zum Quadrupedie Buch auf Englisch

Springen

Der Familie Springen widmet Hébert die ausführlichste Beschreibung in seinem Hauptwerk. Er unterscheidet zwischen den ‚Sursauts‘ (oder Hüpfen), Springen als Vorbereitung auf dem präparierten Platz, und dem Springen über reelle Hindernisse. (To do Bild). Auch klassifiziert er Arten von Sprüngen in: Sursauts, Hauptsprünge (Hoch, Weit, Hochweitsprung), sekundäre Sprünge (Aufspringen, Runterspringen, Sprünge mit Stutzen etc), Stabsprünge, Präzisionssprünge (die letzten behandelt Hébert im Band über Balance).

Das Hüpfen ist nützlich um schnell die Position zu wechseln, zum Beispiel als Reaktion auf eine Gefahr. Hoch und Weitsprung auf dem sicheren Boden bzw. über eine Latte, eigenen sich gut um an der Technik zu arbeiten und die Sprung Weite und Höhe kontinuierlich bis zum Maximum zu steigern. Das Springen über reelle Hindernisse wendet die Fähigkeiten im echten Leben an und schult solche mentalen Stärken wie Mut, Entschloßenheit, Reaktion.

Hébert  widmet mehrere Kapiteln der ausführlichen Beschreibung der Sprungtechnik: Sprungphasen, Körperposition, Bein – und Armarbeit, Landung, Fußstellung beim Landen. Bei Landung hebt er mehrere wichtigen Aspekte hervor: Landen auf möglichst gestreckten Beinen, um die Aufprallenergie auf dem möglichst langen Weg in die Muskelarbeit umzuleiten; Winkel der Beugung in Knien nicht zu spitz; Ausrichtung der Beine stets in die Richtung des Sprunges und auf keinen Fall seitliche Landung, um ungesunde Scherkräfte in Gelenken zu vermeiden; nach der Landung schnell das Gleichgewicht Einnehmen. Weiter folgen Position des Körperschwerpunktes im Sprung, Sprünge in Beugung und Streckung.

Unterteilt Sprünge in solche über fiktive Hindernisse und reele Sprünge. Die Sprünge über fiktive Hindenrisse, auch „Sauts figurés“ sind Weitsprung aus dem Stand oder oder mit Anlauf in eine Sandgrube, und Hochsprung über eine locker aufgelegte Latte oder eine Gummischnur. Diese erlauben zwar das sichere Einstudieren der Technik und eine kontinuierliche Steigerung der Sprunghöhe und Weite, Sprünge über reele Hindernisse, oder ‚Sauts reéls“ sind jedoch wichtiger, um den Augenmaß, Entschloßenheit, und Trittsicherheit für die echte Lebenssituationen zu erlangen.

Hébert nennt aus methodischen Sicht als die wichtigsten, oder Schlüssel Sprünge: das Hüpfen, Hochsprung, und eine Mischsprung aus Hoch-und  Weitsprung, wobei die letzten beiden vor allem mit Anlauf nützlich sind. Dem Hüpfen misst Hébert dabei eine besondere Bedeutung bei, da dieses sehr fördernd ist für Trittsicherheit, Gleichgewicht, Reflexen. Der Hochsprung verlangt viele Fähigkeiten ab: Abschätzung des Anlaufs und des Absprungs, Steuerung des Kraftaufwands und der Sprungrichtung, Trittsicherheit. Die Belastung für Gelenke beim Hochsprung ist minimal, da man nur in die Höhe springt und seinen Schwerpunkt dabei selten mehr als 1 – 1,3 Meter in die Höhe und 1-1,5 Meter in der horizontalen bewegt. Die Schwerpunktverschiebungen sind beim Weitsprung mit Anlauf oder Tiefsprung dagegen viel größer.

Der Mischsprung, also ein Sprung der sowohl in Höhe als auch in die Weite geht, bereitet auf den Weitsprung mit Anlauf vor, ohne die Nachteile vom letzten aufzuweisen. Seine Landung sind weniger schwer, und da der Absprung auch nach oben erfolgt, ist eine Landung auf dem Vorderfuß statt Ferse möglich.

Den Weitsprung nimmt Hébert nicht als einen methodisch wichtigen Sprung mit auf. Der Grund dafür ist, dass ohne Anlauf solch ein Sprung unter die Kategorie Hüpfen fällt, wenn auch sehr kräftig ausgeführt. Weitsprung mit Anlauf eignet sich für tägliche methodische Arbeit schlecht wegen der hohen Belastungen für Gelenke während der Landung. Hébert empfiehlt stattdessen den Mischsprung.

Beschreibt Techniken der verschiedenen Sprüngen: Weit, Hoch, und Weithochsprung, mit und ohne Anlauf. Winkel, Beinarbeit, Phasen des Sprunges etc.

Die Sekundären Sprünge sind von Hautsprüngen abgeleitet. So ist zum Beispiel Tiefsprung an sich die zweite Phase des Hochsprungs. Die praktische Bedeutung von sekundären Sprüngen ist jedoch viel höher als deren von Hauptsprüngen, da sie nützliche sind im Falle der Flucht von Gefahren.

Zu sekundären Sprüngen zählen: Aufsprünge in den Stand (die Landung ist höher als der Absprung), Tiefsprünge, Sprünge während des Gehens oder Laufens, Hangsprünge, d. h. Sprünge aus dem Hängen und in das Hängen, inklusive Mauerüberwindung, Stützsprünge, bei denen man sich auf das Hindernis stützt. Tiefsprung ist ein Sprung, der unerwartet ausgeführt werden können müsse, wenn der Körper durch einen Stoss, einen Fehltritt, Bruch in der Unterlage, oder Wegrutschen das Gleichgewicht verloren hat. Ihm kommt die meiste praktische Bedeutung zu, als Rettung bei Unfallen. Hébert erwähnt die Wichtigkeit das Absenken vom Körperschwerpunkt bei Tiefsprüngen und liefert veschiedene Technike dazu.

Die Sprünge im Gehen und Laufen sollen flüßig in die Bewegung eingebaut sein und den Bewegungslablauf nicht zu stoppen. Absprung und Landung erfolgen daher einbeinig.

Sprünge aus dem Hang erfolgen aus dem Hängen oder Schwingen, es werden Techniken zum Absprung sowohl aus dem Vor- als auch Rückschwingen beschrieben. Die Hände fassen an einer Stange, oder einem Mauervorsprung; an einem Seil oder Ringen.

Der Sprung in den Hang wird auch als Rettungsübung angesehen. Als Übungsgeräte kommen Stangen, Seile, Balken, eine Wand vor. In diesem Kapitel behandelt Hébert die Mauerüberwindung.

Die Stutsprünge werden unterteilt in den Absprung zum Boden aus dem Stutz auf dem Hinderniss, und umgekert, Aufsprung vom Boden in den Stutz auf ein Hindernis, und Sprünge mit Stutz als Mittel zum Überwinden eines Hindernisses. Übungsgeräte hier sind Stange, Schwebebalken, Barren, Pferd, Stein, Mensch, Mauervorsprung. Es wird vielzahl an Techniken beschrieben.

Ein eigenständiges Kapitel bilden Sprünge mit dem Stock, oder Stabsprünge, die Hébert sowohl theoretisch als auch praktisch sehr ausführlich beschreibt. Es wird ein langer oder ein kurzer Stab (Wanderstock) verwendet.

In der Leistungstabelle sind der Hochsprung und der Weitsprung enthalten, beide mit und ohne Anlauf.

Klettern

Das Klettern ist im ersten Teil des III Bandes des Hauptwerkes beschrieben. Den zweiten Teil nimmt Quadrupedie ein.

Hébert unterscheidet fünf Gruppen von Übungen:

1. Übungen am Ort: Hang, Stütz, Übergänge vom Hang in den Stutz, Gerätekunststücke an Schaukelgeräten.

2. Wagrechte Fortbewegung in Hang und Stutz

3. Senkrechte Fortbewegung

4. Angewandtes Klettern, oder Verbindung von 1 – 3

5. Sich Auffangen und Verharren im Hang

Den Abschluss bilden die Rettungsübungen. In Héberts Lehre enthält das Klettern viel mehr, als man im allgemeinen Sprachgebrauch unter Klettern versteht.

Zusammen mit den Sprüngen und Gleichgewichtübungen macht diese Gruppe den Hauptteil der Geräteübungen aus.

Als Schlüsselübungen führt Hébert: mit den Armen hochziehen, Stutz auf die Arme, Hochziehen oder Hochschwingen der Beine bis zur Höhe der Hände im Stutz oder Hang. Alle anderen Kletterarten sind Kombinationen oder Variationen von diesen  Schlüsselübungen. Eine Person, die diese drei Schlüsselübungen beherrscht, besitzt genug Kraft und Fähigkeit, sich mit allen anderen Übungen leicht zu tun.

Laut Hébert genügen drei einfache Geräte, um alle Grundfertigkeiten des Kletterns  zu trainieren: eine einfache hanghohe Stange, ein Barren in Stützhöhe, und eine senkrechte Stange oder ein frei hängendes Tau zum Hochklettern. Alle anderen Arten des Kletterns sind nur Variantionen oder Anpassungen von den möglichen Übungen an diesen drei Geräten. Dennoch erlauben diese Geräte keine vollständige Ausbildung des Kletterns, vor allem nicht der Greiffähigkeiten der Hände. Diese bedarf des Tranings in der freien Natur.

Hébert geht sonderlich auf den Unterschied zwischen dem natürlichen Klettern, mit der Ausnutzung vom Schwung und unter dem Einsatz von allen vier Gliedmaßen, und den starren künstlichen Kletterübungen aus der reinen Armkraft, und mögliche negativen Auswirkungen vom letzteren. Als guter Beispiel des natürlichen Kletterns nennt er Affen und Zirkusakrobaten. Auch bewundert Hebert die Seeleute die auf den Segelschiffen auf dem bis zu 60 Meter  hohen Mastwerk arbeiteten.

Hebért geht tiefgründig in die Theorie des Kletterns ein. Er behandelt die positive Effekte des Kletterns, das Atmen beim Klettern, Klettern für verschiedene Alterstufen, Einbau des Kletterns in das Training, die Rolle der Arme und der Beine. Er beschreibt ausfühlich viele verschiedene Varianten vom Greifen und Stutzen mit Händen, Unterarmen und Füßen,  Umklammerungen mit Armen und Beinen,  und Halten mit Beinen.

Im praktischen Teil behandelt Hébert zuerst das Hängen:  an der Stange hängen und einen Klimmzug machen, Beine an die Stange bringen, Schwingen und sich Drehen,  Arbeiten an der Stange mit Füßen am Boden.  Danach folgt Stutzen in verschiedenen positionen und auf verschiedenen Unterlagen (Barren, Mauer, Stange). Zu den Grundübungen des Stütztes zählt der Hand-, Unterarm- und Armstutz, das Beugen und Strecken der Arme, das Schwingen im Stutz, Beinheben, Drehungen und Rotationen an einem Barren oder einem Baumstamm, Aufgänge auf einen Pferd).

Die wichtigste Kletterfähigkeit ist nach Hébert der Übergang vom Hang in den Stütz, da diese in einer Notsituation entscheindend sein kann. Diesem Thema widmet er einen langen Kapitel mit ausführlichen Beschreibung der Techiken. Als praktische Beispiele nennt er das Felsklettern, das Überklettern einer Planke, das Erklettern einer Mauer, reinklettern in ein Boot, das Erklimmern eines Ufers. Einen guten Kletterer kennzeichnet die Fähigkeit, sich auf dem Gerät aufrichten zu können. Es werden verschiedene Techniken des Muscle Ups geschrieben, an Mauernu und Balken verschiedenen Dicken, an einer Stange, auf einer Plattform, mit und ohne Ellenbogen aufzusetzten,  genauso die anderen Varianten zum Hochziehen, wie Kippe.

Es folgt das Klettern in der horizontalen: hangeln vorwärts und seitlich, sich im sitzen und im Stütz fortbewegen, Balken oder einen horizontalen Seil entlang hangeln mit Beinen auf dem Seil, Vorrtutschen im Sitz, Stützeln.

Danach wird das Klettern in der vertikalen behandelt: alle erdenklichen Techniken zum Klettern von Leitern, Doppelleitern und Strickleitern, Stangen, Doppelstangen, Seile, zwei Seilen nebeneinander, Bäumen, werden detailliert behandelt. Das  charakteristischste und wichtigste aus diesen Geräten ist dabei nach Hébert das Tau, welches die Wirkung aller anderen zusammen fasst.  Am praktischsten ist das Klettern von Strickleitern, denn diese sind sehr leicht und einfach zum Transportieren, und können vielseitig in Notsituation eingesetzt werden: Hubschrauber Rettung, Fluchthilfe bei Bränden im Gebäuden, rutnerklettern in Abgründe etc.

Nur in einem kurzen Kapitel behandelt Hébert Übungen an der Schaukel, den Ringe, dem Trapez. Das Trapez, von Amoros in Frankreich eingeführt, wird von Hébert nur genannt, weil es noch in vielen Schulen vorhanden war.

Das eigentliche Klettern mit Hindernissen: Klettern in Höhen, Klettern der Zäune, Fassaden, Felsen, Klettern der Mauern mithilfe vom herunterhängenden Seil oder einer Räuberleiter. hilfestellung.

Einen ganzen Abschnitt widmet Hébert einer eigenen Gruppe von Rettungsübungen: der Fertigkeit, sich nach einem Sturz mit Händen, Armen oder Beinen festzuhalten und aus dieser Lage sich durch Klettern zu retten, oder im Hängen zu verweilen, bis die Hilfe kommt. Zuerst wird die Fertigkeit, sich festzuhalten beschrieben, und danach, wie man den durch das Hängen verursachten Ermüdungsschmerz erträgt oder mindert. Das Hängen erfolgt auf einer oder beiden Händen, an den Fingern, am Unterarm, im Affenhang, im Kniehang, usw.

In den Leistungstabellen sind das Tauklettern mit und ohne Beine auf Zeit,  die Zahl der Klimmzüge oder Armbeugen mit Stütz der Beine auf dem Boden und das Hängen auf Zeit aufgenommen.

Die Themen, bei denen es um die Erhaltung des Lotes beim Klettern geht, wie zum Beispiel das Klettern im Überhang, werden im Buch über das Balancieren behandelt.

Balance

Das Balancieren wurde vom Hébert erst später als eigenständige Bewegungsfamilie ausgegliedert. Davor wurde sie nur im Zusammenhang mit Klettern erwähnt, als Aufrichten auf einem Klettergerüst und auf diesem das vor-, rück, und seitwärts Gehen.

Balancieren an sich ist keine eigenständige Fortbewegungsart und tritt in Kombination mit anderen Disziplinen, und kann als Sonderfall der Ausführung aller anderen Bewegungsfamilien betrachtet werden.

Laut Hébert wird Gleichgewicht entweder reflexartig oder durch aktive Ausgleichsbewegungen gehalten. Die Übergangsgrenze zwischen den beiden hängt von vielen Faktoren ab und ist wird danks des Balancetrainings immer höher.

Das praktische Nutzen der Balancefertigkeiten ist im Alltag sehr hoch, da mit ihrer Hilfe Stürze aller Art vermieden werden können.

Kapiteln mit theoretischen Überlegungen zu Gleichgewichtreflexen, dem Gleichgewicht auf der Stelle, in Bewegung, im Raum …

Prinzipien des Balancierens: Abwechslung zwischen der Phasen des aktiven Haltens vom Gleichgewichten und Entspannung, minimaler Amplituden der Bewegungen, Balance aus der Hüfte und nicht aus dem Oberkörper (denn das letztere nur zur unnötigen Oszillationsbewegungen führt), Fixierung der Körperteile die für das Ausbalanciern nicht benötigt werden, Fixierung des Blickes auf der Bewegungslinie vor sich, immer einen Weg um sich Auffangen parat zu haben etc.

Balance auf einer Stelle:  im Stehen, Sitzen, Liegen, im Handstand, Balance im Splitfuß  Balance mit Gegengewicht (Partner, Gegenstand, Beinschwung), Veränderung der Balance Position durch sich Hinsetzten, Drehen, Balance mit Halten eines Objektes  etc.

Balance in Fortbewegung: Im Gehen und Laufen, Quadrupedie, Springen, Klettern werden jeweilseigenständige Kapiteln gewidmet.

Springen bedarf allgemein ein sehr gutes Gleichgewichtsgefühl. Hebért hebt mehrere Arten von Sprüngen hervor, die viel Balance abverlangen: Präzisionssprünge, Sprünge mit einer Drehung, Sprünge auf einem Bein, Sprünge mit einer  Flugphase die viel Gleichgewicht abverlangt: mit dem Stock, ins Wasser, Landungen aus dem Schwingen. Reelle Sprünge, wo z. B. Arme verhindert sich durch das Tragen einer Ladung.

Einen eigenständigen Kapitel widmet Hébert dem Balancierem im Rutschen. Er unterscheidet dabei zwischen dem versehentlichen Ausrutschen durch Stolpern, Fehltritt auf einem rutschigen Untergrund,  und bewusstem Gleiten auf dem Schnee, Eis, steilen Hängen, geneigten Oberflächen.

Was Klettern angeht, unterscheidet Hébert das Klettern mit Erhaltung des Gleichgewichtes durch Beine, durch Arme, oder beides gleichzeitig, er geht auf das Klettern im Überhang ein und dessen Risiken.

Schwindelgefühle verursacht durch das Balancieren in Höhe, Rotationen um die eigene Achse oder Drehungen im Raum.

Balancieren in Höhen mit damit verbundenen Schwindelzuständen werden in einem separaten Kapitel behandelt. Hébert betont hierbei, dass oft nur wenige Meter Höhenunterschied bei der gleichen Bewegung (Balanciern über einen Balken, Steigen einer Leiter, Hängen an einer Stange) zu Schwindelgefühlen und Unsicherheiten führen. Die Möglichkeit sich festzuhalten hingegen mindert oft fast völlig diese Unsicherheiten. Die Arbeit in Höhen bedarf starkes Nervensystems.

Balancieren kombiniert mit Tragen, Werfen, Selbstverteidigung, bei oft Arme eingesetzt werden in die Hauptbewegung und nicht zum Balancieren genutzt werden können.

Balancieren auf einem instablien oder lockerem Untergrund, unter anderem Steine, aufgehängte Balken, Stehen in Verkehrsmitteln,  Ein- und Ausstieg aus einem Boot. Meeres Krankheit durch geschickte Wahl der Position zu mildern.

Das Halten von Gegenständen im Gleichgewicht beim Tragen wird in einem eigenständigen Kaptiel behandelt. Hebért unterteilt dies dabei in das einfache Tragen, das Halten vom Gleichgewicht nur des Körpers (etwas festhalten und Balancieren auf einem Balken), nur des Gegenstandes (ohne Hilfe der Hände etwas auf dem Kopf tragen und aufm Boden gehen), oder der beiden (ohne Hilfe der Hände etwas auf dem Kopf tragen und auf einem Balken gehen).

Beeindrückt von Naturvölkern auf seinen Weltumsegelungen, widmet Hébert einen Unterkapitel dem Tragen auf dem Kopf.

Kollektive Balance und das bauen von Menschenpyramiden.

 

Tragen

Unter Tragen vesteht MN das Bewegen von alle Art Objekten auf unterschiedlichste Art. Dazu gehören das Heben, Halten und Absetzten, das Tragen in Bewegung,

Hébert weist auf die Wichtigkeit des Hebens mit Schwung, durch Reißen oder Stoßen, oder mit  Ausnutzung der Eigengeschwindigkeit des Objektes. Diese Methode ist viel effizienter als das langsame und kontinuerliche Heben, welches schnell zur Muskelermüdung führt. Als Ausnahme ist diese Technik für das Bewegen von schweren oder fragilen Gegenständen von Bedeutung.

Ganz im Sinne der Lebeiserziehung und nicht des Sportes unterscheidet Hébert zwischen der absoluten und der relativen Kraft. Im Gegensatz zu der absoluten Kraft, berücksichtligt die relative Kraft das Verhältnis vom bewegten und dem eigenen Körpergewicht. Dementsprechen wird das Tragen gestaffelt von extra leicht (bis zu 1/10 des Körpergewichtes), über leicht (1/10 bis 1/3), mittel (1/3 bis 2/3), schwer (über 2/3) und extra schwer (über den eigenen Körpergewicht). Man arbeite meistens im bereich von 1/3 (im Ausdauertragen) bis 2/3 (intensives und kurzes Tragen) des Gewichtes.

Hébert führt viele prinzipien des Tragens auf:

  • die Last auf so viele Körpersegmente wie möglich verteilen, entsprechend ihrer relativen Muskelkraft: die Beine mehr als den Rumpf belasten, und den Rumpf mehr als die Arme.
  • den Schwung, die Eigengeschwindigkeit des Objekt wann auch immer möglich ist, ausnutzen, und der langsamen Bewegung aus reiner Muskelkraft zu bevorzugen
  • das Objekt so nah wie möglich am Körper halten
  • das Objekt am Anfang ausbalancieren, um Ermüdung, verursacht durch reaktive Bewegungen zur Erhaltung des Gleichgewichts, zu vermeiden etc.

Die weiteren Prinzipien werden in Folgekapiteln aufgeführt, in welchen Hébert die Arten vom Tragen beschreibt: das Heben, Ziehen und Schieben

So ist beim Tragen zu beachten, dass man den wesentlichen Teil der Last auf das Skelett überträgt indem man die Last auf die Schulter, Becken, Kopf platziert. Bei schweren oder unhandlichen Objekten kommt Ziehen, Schieben, Rollen, Kippen über eine Kante zum Einsatz. Diese sind aus der methodischen Sicht die besten Arten des Tragens, da dabei Geschicklichkeit geschult wird, die Bewegungen nicht einheitlich sind,  auch in Drehung ausgeführt werden, was die gesamte Muskulatur trainiert, und ein Teil vom Gewicht auf dem Boden aufliegt, sodass die Anstrengung skaliert werden kann, und das Anlegen der Pausen möglich ist. Als bestes Objekt um all das zu üben nennt Hébert einen Fass.

Als sehr sind Einheiten der ‚professionellen‘ Arbeit, bei denen man eine Art Resistenz gegen diese Bewegungsdisziplin des Tragens und Hebens entwickelt. Unter ‚professionell‘ versteht Hébert alle Arten von Haus-und Gartenarbeiten, solchen wie Holzhacken, Schubkarren schieben, Mähen und Gießen, Schneeräumen, bei denen man Umgang mit bestimmten Geräten und dafür speziell abgestimmte Bewegungsabläufe erlernt.

Hebert beschreibt viele Technicken des Hebens und des Greifens, unter anderem  das Reißen und das Ausstoßen, aus seiner Sicht die effizientesten. denn durch die Arbeit der starken Muskeln – diesen der Beine und des Rumpfes – wird dem Objekt eine Aufwärtsgeschwindigkeit vepasst, sodass die Arme den Schwung nur verstärken müssen.  Das Heben mit einem Arm, das Heben mit Beinen. Das praktische Heben von Lasten im Alltag, das Tragen mit Hilfsgeräten – Stöcken, Tabletts, Rucksäcken.

Besondere Stellung hat nach Hébert das Tragen auf dem Kopf, da es bei aufrechten Haltung Nacken und Rückenmuskulatur trainiert, und dies ohne vorschnellen Ermüdungserscheinungen.  An dieser Stelle spricht er seine Bewunderung für die Kohlträgerinnen auf der Insel Martinique, die 40 kg schwere Körbe, beladen mit Kohle, auf ihren Köpfen trugen.

Das Buch untertei

Das Heben umfasst Grundformen mit leichten Gewichten (Stäbe, Steine, Hanteln), und die klassischen Übungen. Das einhändige Heben wird sowohl links als auch rechts geübt. Die Gewichte für eine Hand liegen bei 15 – 35 kg, und für beide Hände bei 20 – 50 kg. Eine dritte Gruppe behandelt das Aufnehmen und Tragen von schweren Säcken und Personen, und hat den Sinn der Rettungsübungen.

 

Werfen

Unter dem Werfen wird sowohl das eigentlich Werfen, als auch das Stossen und Fangen verstanden. Hébert führt zuerst Grundübungen zum Jonglieren mit Steinen, Kugeln und Sandsäcken von 1 – 8 kg auf. Danach folgt das Stoßen von 4 – 15 kg schweren Gewichten, und in der dritten Grupe das Werfen leichter Gegenstände wie Bälle, Steine, kleine Sandsäcke.

Verteidigung

Die Verteidigungsübungen umfassen den Faust- und Fusskampf und das Ringen. Das Ringen ist ein Freiringen. Ein Ringer ist besiegt, wenn seine beiden Schultern den Boden berühren. Zum Ringen zählen auch Zieh- und Schiebekämpfe.

Schwimmen

Hébert nennt das Schwimmen die vielseitigste Übung. Eine Schwimmstunde muss Sprünge, Stosschwimmen, Sich-Treibenlassen mit möglichst wenig Bewegungen, Tauchen, Rettungsübungen, Schnellschwimmen und Dauerschwimmen über eine bestimmte Strecke beinhalten.

Die Leistungen für den Leistungstest im Schwimmen nach Hébert  sind 3 Minuten, 10 Sek Streckentauche, 1000 m in 30 Minuten, Kopfsprung aus mindestens einem Meter Höhe, bekleidet aus einer Tiefe von 3 m ein Gewicht von 5 kg tauchen, Rettungsschwimmen über 30 m und theoretische und praktischen Kenntnisse in der Wiederbelebung. Man sieht, dass die moderne Rettungsschwimmer Prüfung dem Test nach Hébert sehr ähnelt.